Warum du über Finanzen sprechen solltest

Laut einer repräsentativen Umfrage (im Auftrag der Postbank aus dem Jahr 2015) ist „für knapp 64 Prozent der Deutschen [..] Geld [..] ein absolutes Tabuthema“. Aber noch viel erschreckender als das ist, dass (laut einer Umfrage der Consorsbank) offenbar nur 59 % der Befragten wissen, wie viel Geld ihr Partner verdient.

In einer Beziehung ist das Schweigen über das Thema Finanzen unserer Meinung nach ein absolutes NoGo!

Ein ehrlicher und gründlicher Austausch zwischen den Partnern ist für uns eine absolute Notwendigkeit für eine gelungene Beziehung und eine durchdachte Zukunftsplanung. Denn ist dies nicht der Fall, driften die Vorstellungen von dem, was man wirklich will und von dem, was man tatsächlich erreichen kann, auseinander.

Sind die Vorstellungen und Ziele jedoch klar formuliert und die finanziellen Gegebenheiten transparent auf dem Tisch, kann gemeinsam an der Erfüllung von Träumen gearbeitet werden.
Nur dann lässt sich ernsthaft entscheiden, was für den Weg zum gewünschten Ziel wichtig und notwendig ist und was man sich dafür leisten kann und auch will.

Foto: Zwei zusammen arbeitende Ameisen

Wenn man als Paar eine gemeinsame Zukunft planen möchte, sollten auch beide die Grundlage der gemeinsamen Planung kennen und verstehen.

Es ist problematisch und gefährlich, wenn sich nur einer in der Beziehung mit Finanzen beschäftigt und das aus verschiedenen Gründen. Auch wenn es unbequem ist sich die Wahrheit einzugestehen: Man kann nie sicher sein, dass man sich als (Ehe-)Paar ein Leben lang gut versteht und zusammen bleibt. Auch kann der Partner, der sich mit den Finanzen beschäftigt aus gesundheitlichen Gründen plötzlich ausfallen und dann ist es besonders schwierig zu durchblicken, wie, wo, warum etwas angelegt wurde. Und dafür hat man in solch einer Situation auch wohl kaum den Kopf frei.
Also wie komme ich an mein/unser Geld und wie muss ich es verwalten? Welche Anlageklassen (Assets) fasse ich an und was für Konsequenzen wird das haben? Hole ich mir nun Hilfe? Und wo? Möchte ich mich auf die Aussagen eines Versicherungs- oder Finanzmaklers verlassen?
Verstehst du aber die Grundlagen und hast dich wenigstens etwas mit der Materie vertraut gemacht, hast du diese Sorgen von der Tasche und es wird dir sehr einfacher fallen mit einer solchen Situation umzugehen. – Und sich das anzueignen ist wirklich gar nicht so schwer.

Es hilft schon sehr einfach offen und ehrlich mit seinem Partner über die eigenen und die gemeinsamen Finanzen zu sprechen. So tauscht man sich aus und findet meist auch Spaß an der finanziellen Thematik.
Bei uns ist das auf jeden Fall so. Würde sich nur einer von uns mit dem lieben, schönen Geld befassen, wäre das Thema ein leidiges und es würde uns bei Weitem nicht so viel Spaß machen. So reden wir beide gerne darüber und kommen gemeinsam auf immer neue Ideen, Produkte und Projekte, die uns weiterbringen. Und das können durchaus auch Kleinigkeiten im Alltag sein, die unser Leben erleichtern, uns so Zeit sparen, die wir dann sinnvoller einsetzen können – nämlich für Investitionen in unsere Zukunft.

Warum interessieren sich Menschen nicht für Finanzen?

Viele Menschen scheinen Geld als ein notwendiges Übel anzusehen und der Kapitalismus gilt für viele als die Brutstube des Bösen. Das ist aber doch Blödsinn. „Allgemein wird unter Kapitalismus eine Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung verstanden, die auf Privateigentum an den Produktionsmitteln und einer Steuerung von Produktion und Konsum über den Markt beruht“ (Wikipedia).

Der Kapitalismus ist das einzige mir bekannte System in der Geschichte der Menschheit, das es schaffte einen stetig wachsenden Wohlstand der Bevölkerung zu generieren. Wenn man sich ein bisschen mit der Materie befasst, ist es ein Leichtes von diesem System zu profitieren und an dem Wachstum der Märkte zu partizipieren.

Foto: wachsende Geldstapel

Geld an sich kann dazu führen, dass sich Menschen verändern. Sicher, das ist aber nicht per se etwas Schlechtes?! Wenn sie sich abgehoben fühlen und für etwas Besseres halten, arrogant werden, dann ist das sicherlich keine Veränderung zum Besseren. Aber muss das so sein? Wenn man sich auf die Weise mit dem Thema Finanzen auseinandersetzt, wie wir es für richtig und wichtig halten, sollte das nicht der Fall sein. Denn die Weiterentwicklung der eigenen Persönlichkeit und Fähigkeiten spielt da ebenfalls eine große Rolle.

Kann die Mehrung von Geld uns nicht vielmehr Lasten von den Schultern nehmen? Allein schon durch ein gutes Gefühl abgesichert zu sein falls etwas Unvorhergesehenes/ungutes geschieht; Wenn beispielsweise ein Gehalt plötzlich wegfällt oder der Job aus welchen Gründen auch immer nicht mehr akzeptabel ist. Es ist ein gutes Gefühl einfach aus dem Job aussteigen zu können, wenn man sich nicht mehr darin wohl fühlt und dann in Ruhe nach etwas Neuem zu suchen, ohne in finanzielle Schieflage zu geraten und das Amt für Arbeit im Nacken hängen zu haben.

Die altersbedingte Verfärbung der Haare lässt sich womöglich nicht verhindern, aber vielleicht bekommst du ohne Zukunftssorgen, wie etwa drohende Altersarmut etc., nicht ganz so schnell graue Haare?! Lässt sich die Ergrauung vielleicht so verlangsamen? 😉 

Warum sprechen die Menschen dann so ungern über die Knete?

Es kann wohl kaum allein an der Weis – bzw. Dummheit liegen: „Über Geld spricht man nicht“. Ich habe im Übrigen mal erfahren, dass dieser Spruch aus einer Zeit stammt, in der in Deutschland viele Menschen auf mehr als nur fraglichem Wege zu Geld kamen – nämlich vielfach aus Enteignungen von Juden und anderen verfolgten Minderheiten. Klar, dass die Neureichen da ungern über Geld und der Herkunft dieses sprechen wollten. Dass sich dieser Spruch bis heute hält und in den meisten Köpfen verankert ist, halte ich für zumindest bedenklich.
Glaubst du nicht auch, dass der der sich mit dem Thema Geld beschäftigt letztlich auch bessere Chancen hat später erfolgreich dazustehen, als der, der sich nur vor dem Thema drückt?
Wer darüber redet und sich daher mit den eigenen Finanzen befasst, wird ganz beiläufig auch lernen mit seinem Geld zu haushalten und zu wirtschaften. Dazu gehört sowohl der Umgang mit den Finanzen im Hier und Jetzt, als auch die Vermögensplanung für die Zukunft – auch wenn die Zukunft teilweise noch weit weg zu sein scheint und ungewiss ist.

Letztlich kommt es daher darauf an sich mit dem Thema Finanzen im Allgemeinen zu befassen. Und da hilft es unserer Meinung nach ungemein sich mit anderen auszutauschen, was eben auch bedeutet mit anderen über Finanzen zu sprechen. Dabei kann man eigentlich nur gewinnen. Sei es durch Tipps und Tricks des Gegenübers, durch Neuigkeiten, die man noch nicht auf dem Schirm hatte oder Hinweise und Denkanstöße die dir eventuell teure Fehler ersparen können.

Warum finden wir es wichtig, dass ihr euch mit der Vermögensplanung beschäftigt?

Die Zukunft – sie ist ein weiteres Thema, welches einem sofort begegnet, wenn man mit Menschen redet, die sich mit dem Thema Geldanlage nicht befassen wollen. Ich würde wetten, dass einige der folgenden Sätze auch dir schon mal untergekommen sind:

  • „Finanziell vorsorgen? Bei welchen Zinsen denn?“;
  • „Börse? – Glaubst du, ich habe zu viel Geld?“;
  • „Ich hab‘ kein Geld um zu investieren.“

Oder meine „Lieblingssprüche“:

  • „Ach hör mir auf. Nachher ändert sich was in der Zukunft und es kommt doch alles anders.“
  • Ich kann morgen krank oder vom Auto überfahren werden.“
  • „Vielleicht kommt sogar ein Krieg und dann war alles für die Katz‘!“

Wurden dir solche Sätze auch schon mal entgegengebracht? Wenn nein – Kann es sein, dass du das Thema Geld in Gesprächen ebenfalls meidest? 😉

Oder nutzt du diese Aussagen vielleicht selbst sogar?

Klar, es kann immer etwas passieren. Die Möglichkeit, dass deine Zukunft nur noch sehr kurz ist, ist da. Aber möchtest du darauf spekulieren? Ist die Wahrscheinlichkeit in der heutigen medizinisch fortschrittlichen Gesellschaft nicht viel höher noch recht lange zu leben?

Die Zukunft, die so häufig in Frage gestellt wird, ist meiner Meinung nach doch genau die Zeit, in der wir höchstwahrscheinlich noch viel Zeit verbringen werden. Wir leben vermutlich irgendwann darin! Daher halte ich es gut, sich möglichst gut abzusichern, damit man sich zumindest finanziell nicht wirklich Sorgen machen muss. Es ist doch sehr angenehm sich nicht über ein finanzielles Damoklesschwert Gedanken machen zu müssen, nur weil man keine Lust hatte sich etwas Zeit für seine Zukunft zu nehmen.

Ich schlafe jedenfalls AUCH SCHON IM JETZT deutlich besser, wenn ich weiß, dass meine Familie und ich in der Zukunft abgesichert sind.

gut schlafender Welpe

Und wenn es doch anders kommt und etwas passiert?
– So what? Hat es mir geschadet, dass sich mein Geld vermehrt hat?

Außerdem habe ich garantiert allein durch die Beschäftigung mit dem Thema und meiner Investitionen – sowohl finanzieller Art, als auch in mich und meine Fähigkeiten und Kenntnisse – garantiert eine bessere Ausgangssituation und ggf. auch Neustartposition, als jemand der diese Grundlagen nicht beherrscht.
Es gilt hier die Weisheit: „Was du im Kopf hast, kann dir keiner mehr nehmen.“  Die Aneignung von Wissen und Fähigkeiten ist ein krisensicheres Investment.

Vermutlich kommen die Abneigung und die Ausreden sich mit der Vermögensplanung zu beschäftigen daher, dass auch das Sparen zur Vermögensbildung beiträgt. In vielen Köpfen herrscht der Irrglaube vor, dass Sparen mit Lebensqualitätsverlust einhergeht, da Verzicht und Einschränkungen damit gleichgesetzt werden. Das ist aber unserer Meinung nach so nicht richtig.

Zum Einen lässt sich an Stellen sparen, an denen sich für das eigene Leben nichts ändert (z.B: durch den Wechsel des Stromanbieters, u.ä.). Und selbst an Stellen, an denen Sparen zur Veränderung des Lebens führen, müssen diese bei Weitem nicht zum Schlechten sein. Ein Beispiel? Früher haben wir beim Wandern teilweise lange Suchen und Wege in Kauf genommen um zum Essen einzukehren. Mit wenig Aufwand lässt sich aber ein hervorragendes Picknick zaubern, dass wir dann an einer schönen, selbst gewählten Stelle (für uns gerne mit Ausblick) genießen können. Und zwar wo und wann wir das wollen. Und so ein selbst gezaubertes Essen in der Natur schmeckt zig Mal so gut, wie eine Pizza in der einzigen Gaststätte weit und breit. Viele weitere Beispiele zum Sparen ohne Einbußen der Lebensqualität werden in späteren Artikeln folgen.

Zum Anderen muss dem Sparen natürlich das Investieren folgen. Und daher ist es eben nicht so, dass das Geld dann für’s Leben fehlt, sondern im Gegenteil. Es wird zurückgelegt und vermehrt sich dabei, damit man dann für’s spätere Leben mehr davon zur Verfügung hat.

Aus dem Irrglauben, dass man sich für Investitionen in die Vermögensbildung stark einschränken müsste, kommt vermutlich oft die Scheu sich damit zu befassen.

Wir sagen ganz klar – Investitionen in die Geldanlage sind immer machbar – Auch wenn sie nur klein sind, ist das besser als Nichts.

Investieren, statt Geld verlieren!

Happy Investing
Dein InvestierPaar

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2 Gedanken zu “Warum du über Finanzen sprechen solltest

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