Selbst Platz ist eine Frage der Improvisation

Unserer Meinung nach müssen viele Leute wieder lernen zu unterscheiden zwischen:

  • Das geht nicht!

und

  • Das will ich nicht weil es unbequem ist.

Platz in der Wohnung ist relativ – zumindest bis zu einem gewissen Punkt.
Es lässt sich jedenfalls mehr rausholen, als man oft glaubt.

Wir sind bereits seit mehr als einem Jahr auf der Suche nach einer größeren Wohnung. Warum? Weil wir noch immer in der Wohnung leben, in der wir schon als Studenten lebten. Die Wohnungssuche in unserer Stadt ist nicht einfach. Vor allem nicht, da wir eine Bleibe suchen, die unseren Ansprüchen genügt, sodass wir sie uns auch leisten wollen. Klar ist, eine andere Wohnung wird mehr kosten – deutlich mehr. Bisher haben wir das Glück für unsere 2-Zimmer-Wohnung nur 600€ zu bezahlen – warm wohlgemerkt. Denn unserem Vermieter sei Dank wurde unsere Miete seit unserem Einzug (2007) nie erhöht. Nun suchen wir eine Wohnung, die zumindest ein weiteres Zimmer zur Verfügung stellt. Das wäre sowohl für das HomeOffice deutlich komfortabler, als auch für die weitere Familienplanung.

Nun sind wir aber nicht bereit mehr als das Doppelte zu zahlen, wenn die Wohnung nicht einige unserer Ansprüche erfüllt. So sind uns eine Möglichkeit etwas zu Gärtnern – und wenn es nur ein großer Balkon ist, ein entsprechender Grundriss – der unsere Wünsche ermöglicht, und die Lage der Bude schon wichtig. Solange wir das nicht finden und dann auch noch die Zusage bekommen, wohnen wir eben noch in unserer Studentenbutze.

Viele in unserem Umfeld können das nicht nachvollziehen und fragen Dinge wie…

Warum zieht ihr nicht endlich um? Ihr könnt euch doch auch was Teureres leisten.

Ja klar, das könnten wir – wollen wir aber nicht! Gemäß unseres Mottos „Es muss seinen Preis wert sein“ werden wir schon noch die richtige Wohnung finden. Man merkt hier aber, dass die Wahrnehmung variiert und sich im Laufe der Zeit verändert. Ganz besonders schnell geht das im Zuge der Lifestyle-Inflation beim Übergang von der akademischen Ausbildung zur beruflichen Laufbahn. Viele unserer Freunde, Bekannten und Verwandten könnten sich nicht vorstellen zu zweit in einer 2-Zimmer-Wohnung zu leben und haben dies nach Beginn ihres Lebens in der Arbeitswelt auch ganz schnell geändert – koste es, was es wolle.

Zugegeben, in einer normalen Wohnung hätten wir den Schritt wohl auch früher gemacht. Wir leben aber derzeit nicht in einer ganz normalen Wohnung, sondern einer mit einigen Vorteilen. Jedenfalls ist es nun so, dass die Vorteile uns lange hier gehalten haben und die aktuelle Verzögerung des Upgrades auch erträglich machen. Also müssen wir eben das Beste d’raus machen.

Improvisation ist wie so häufig die Fertigkeit, die unser Leben verbessert. Und das mit einfachen Mitteln und ohne viel Geld drauf zu schmeißen, um das Problem zu lösen.

Gerne möchte ich ein Beispiel für fehlenden Platz aus unserem Alltag herausgreifen und beschreiben.
Ausgangssituation: Wir haben leider nicht den Platz für einen großen Wohnzimmertisch und der kleine bietet nur sehr begrenzten Platz. Fleißige Leser wissen bereits, dass wir abends gerne mal ein Puzzle machen, um der digitalen Welt temporär zu entkommen und bei einem Hörspiel oder Podcast runterzukommen, bevor es ins Bett geht. Nun braucht so ein Puzzle meist mehrere Abende. Untertags wollen wir den Tisch aber manchmal auch anderweitig nutzen. Also das Puzzle abbrechen und die ganze schon geschaffte „Arbeit“ wieder „zerstören“? Neee, das geht auch besser. Hier kommt die Improvisation ins Spiel – mit der wir in diesem Fall gleich zwei Probleme mit einem Streich lösen:

Problem 1: Das Puzzle nimmt den ganzen Tisch in Anspruch, der aber auch für andere Dinge genutzt werden will. Es wäre toll, es einfach wegräumen zu können. Und zwar nicht nur die schon zusammengepuzzelten Abschnitte, sondern auch die bereits rausgesuchten, vorsortierten Einzelteile, die sich in farblichen Grüppchen auf dem Tisch bilden.

Problem 2: Die Tischplatte ist für Puzzle mit 1000 Teilen und mehr schon sehr knapp, je nach Format passt das Puzzle nicht mal ganz drauf. Teile neben dem Puzzle zu sortieren kann man vergessen.

Die für uns geeignete Lösung: Wir legen einfach ein großes Brett auf den Tisch, das etwas größer ist als die Tischplatte selbst. – Vielen Dank an den Spender, der diese Holzplatte auf den Sperrmüll warf. 😉
Nun können wir die größere Platte zum Puzzlen nutzen und bei Bedarf einfach zur Seite legen. Bei uns bietet sich dafür beispielsweise eine Aufbewahrungs-Sitzkiste an, die wir einst über ein Kleinanzeigen-Portal bezogen haben und uns als Stauraum und Sitzgelegenheit dient (übrigens auch eine Raumvergrößerung ;)). Alternativ würde aber auch das Bett als Zwischenablage funktionieren. Nach der Nutzung des Tischs wird die Platte mit dem Puzzle ja wieder darauf gelegt.

Und wenn wir mal kein Puzzle am Start haben? Dann lässt sich die Tischplatte prima zwischen der Kiste und dem (selbstgebauten) Bett verstauen und wird so unsichtbar. 🙂

Improvisation ist wie immer das A und O.

PS: übrigens selbst bei dem künstlichen Christbaum. 😉 Diesem fehlte nämlich ein Ständer und was liegt da näher, als einfach einen zu kaufen bauen?!

Du hast, was du d’raus machst. Und Improvisation hilft in allen Lebenssituationen. Versuche immer dem Problem auf den Grund zu gehen und überlege dir eine Lösung. Kreativität kann hier offensichtlich sehr hilfreich sein. Also denke daran, wenn du dich mal wieder über ein Problem ärgerst:

Deine Probleme vergehen nicht, wenn du es dir wünschst,
sondern wenn du die Fähigkeiten erlernst sie zu lösen.

InvestierPaar


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