Kauf dich glücklich – Konsum für eine bessere Welt?

Gehst du der Werbung auf den Leim, dann lass den Einkauf besser sein

– Stichwort: Nahrungsmittel –

Es gibt unzählige Seiten und Blogs über Finanzen. Ebenso gibt es solche zum Thema Nachhaltigkeit und Umwelt- und Klimaschutz. Diese beiden Themen gehören unserer Meinung nach aber ganz eng zusammen. Genau darum schreiben wir in diesem Blog auch über beide dieser wichtigen Themen.

Schaut man sich die Webseiten von Unternehmen an, wird man schnell feststellen, dass nahezu alle versuchen, das Thema Nachhaltigkeit und Klima aufzugreifen. Für Firmen ist es wichtig sich diesbezüglich attraktiv und engagiert zu präsentieren. Warum das so ist, ist klar. Es ist sexy und wird von der Gesellschaft zum Glück mittlerweile mehr und mehr eingefordert. Das Unternehmen stärkt damit seine Marke und steigert dabei den Umsatz. In wieweit sich die Firmen dann tatsächlich anstrengen umwelt-, ressourcen- und klima-schonend zu agieren, steht selbstverständlich auf einem ganz anderen Blatt. Meist sind die hohen Kosten das Argument die Bemühungen schon bald zu limitieren.

Es ist leicht da mit den Augen zu rollen und sich über das Verhalten der Konzerne aufzuregen, stecken doch die wenigsten Menschen in der Lage, dass sie solche Firmenenlenkungsentscheidungen treffen müssen/dürfen. Doch wie sieht es denn abseits der Unternehmen aus? Verhalten wir uns denn wirklich anders?

Ist unser Verhalten besser, als das der Konzerne?

Wenn wir in den Supermarkt gehen fängt es schon an. Hand aufs Herz, wer macht sich denn die Mühe zu recherchieren oder zumindest nachzufragen, welcher Hersteller eines Produkttyps umweltschonend agiert? – Eben, das zu tun ist unbequem, sowie auch die Antwort. Es tun nämlich die Allerwenigsten.

Das merkt man auch an den Reaktionen der Mitarbeiter, wenn man tatsächlich mal nachfragt. Die wenigsten Verkäufer können wirklich helfen. Obwohl ich auch schon eine Dame erlebt habe, die aus den unzähligen Lebensmittelproduzenten, die vor uns standen, genau zwei Marken nannte, bei denen das Tierwohl wohl eine größere Rolle spiele.

Hat man dann ein paar Produkte identifiziert, von denen man der Meinung ist, dass diese sich aus den Konkurrenzprodukten positiv herausheben, hat man die nächste Hürde direkt vor Augen. – Den Preis.
Meist sind diese Produkte nämlich nicht die billigsten. Und mal ehrlich, die Preise mancher Produkte sind schon echt verlockend. – Vor allem im direkten Vergleich mit den extrem teuren Produkten gleichen Typs, im Regal direkt darüber. Hier greift eine völlig natürliche psychologische Funktion. In uns allen springt das Belohnungssystem im Hirn an, wenn wir Schnäppchen sehen. Das passiert auch beim Preisvergleich, wenn billige Produkte neben teuren stehen. Die teuren müssen schon mit einem Vorteil aufwarten oder uns das zumindest suggerieren, damit wir sie nehmen.

By the way: Viele Hersteller nutzen diesen Effekt auch zum Verkauf ihrer eigenen Produkte. Wie? Neben dem Produkt, was sie eigentlich verkaufen wollen, bieten sie ein überdimensioniertes (teureres) Produkt an, und/oder häufig auch eines, das viel weniger bietet, aber kaum günstiger ist. Die Kunden werden dadurch „geködert“ und meinen ein vermeintlich gutes Angebot gefunden zu haben, wenn sie das mittlere kaufen. Dieser Marketingtrick wird in der Fachwelt als Decoy-Effekt (eng. für Köder) bezeichnet.

Bei Nahrungsmitteln im Supermarktregal ist den meisten Produkten im Regal aber kein Mehrwert, im Vergleich zu ihren benachbarten, anzuerkennen. „Also warum nicht die Billigsten?“ Weil diese wiederum, damit sie rentabel sind, auch billigst produziert werden müssen – auf Kosten der Qualität, der Nutztiere der Produzenten (bzw. deren Angestellten) oder der Umwelt.

Es wäre aber ein fataler Fehler den Umkehrschluss zu ziehen – Teure Marken sind nämlich beileibe nicht unbedingt die „Guten“. Hochpreisig ist keineswegs immer „besser“

Du hast die Macht – Augen auf beim Kauf

Viele Firmen haben einen großen Namen und sicherlich auch wohlschmeckende Produkte. Aber in Sachen Nachhaltigkeit und Umweltschutz sind sie absolut keine Engel. Bei einigen hört man das schon in der Werbung:
Da preist beispielsweise ein großer Milchproduktehersteller, mit dunkelblauer Verpackung und namensgleicher Hochschule, die gesunden Aspekte von Milch und die wohltuende Wirkung von Kefir an; in minutenlagen Einspielern werden pseudowissenschaftlich die allgemeinen Vorteile der Haltbarmachung aufgezeigt und erklärt wie das Verfahren des Pasteurisierens und die Homogenisierung funktionieren. Diese tollen Errungenschaften setzt der Konzern ein. – Wenn ich diese Werbung höre frage ich mich immer welcher Milchproduzent das denn nicht tut? Das sich diese Verfahren bewährt haben lernt jedes Kind in Deutschland bereits in der Mittelstufe. Machen die das jetzt anders? Und wenn ja, sind die bisherigen Verfahren schlecht, bzw. bietet das hier genutzte Verfahren Vorteile gegenüber den anderen?
Selbstverständlich wird dann noch der hervorragende Geschmack der Produkte gepredigt. Die Werbung klingt im ersten Moment immer ansprechend und das überzeugt vermutlich die Meisten ein tolles Produkt kaufen zu können. Aber fällt dir was auf? – Kein Wort zu den Kühen, den Haltungsbedingungen, dem Futter, beigesetzten Antibiotika, Schadstoffeinträgen in die Böden und die Gewässer, die Bezahlung der Bauern, … Dennoch ist der Hersteller immer in der Premiumpreisklasse zu finden. Hier fließt offensichtlich viel Geld in die Werbung, aber ich erkenne nicht, dass was in Nachhaltigkeit und Co. investiert wird. Das Unternehmen würde sich wohl kaum nehmen lassen auch damit zu werben, wenn es da was täte, meinst du nicht?
Bei anderen Unternehmen wird eine glückliche Kuh auf der Weide auf die Verpackung gedruckt. Selbstverständlich suggeriert das den Kunden, dass es sich bei dem Produkt um eines handelt, bei dem die Kühe so oder so ähnlich gehalten werden. Liest man aber mal die Verpackung, steht da meist nichts von Weidehaltung oder zumindest ab und an Weidegang. Wir sind der Meinung, dass wenn ein Unternehmen auf das Tierwohl, faire Bezahlung oder andere positiven Aspekte wert legt, dieses schon allein aus Marketinggründen auf der Verpackung stehen wird. Ob das dann stimmt ist eine andere Frage, aber es grenzt den Kreis der Hersteller und Produkte, die „besser“ sind schon mal ordentlich ein.
Also überlege für dich selbst, welche Unternehmen du mit deinem Einkauf unterstützen möchtest.

Also was schlussfolgern wir?

Für nachhaltigere Produkte muss man in der Regel etwas mehr berappen, als für die, bei denen die wirtschaftliche Rentabilität extrem sein muss, um den Preis entsprechend gering halten zu können. Nachhaltigere Produkte können daher meist nicht die günstigsten sein, sind aber häufig wiederum nicht mal die teuersten. Bedenkt man mal, wie gut es uns in Deutschland geht, sollte das kein Hindernis darstellen. Durch den gezielten Kauf von „besseren“ Produkten tut man anderen und damit auch der eigenen Psyche etwas Gutes. Nach solch einem Einkauf fühlt man sich einfach besser. Und wer an den richtigen Stellen spart, hat mehr Geld zur Verfügung, das in entsprechende „bessere“ Produkte investierpaar ist. – Genau darum geht es uns!

Warum es wichtig ist Produkte zu kaufen, die ihren Preis wert sind

Vergleicht man mal, wie wenig wir Deutschen für Nahrungsmittel bezahlen stellt man schnell fest, dass selbst in europäischen Anrainerländern, in denen das Einkommensniveau unter dem unseren liegt, die Preise für das Lebensmittel teilweise deutlich höher sind. Wir sollten hierzulande also dringend mal aufhören zu jammern, sondern lieber etwas zum Besseren hin bewegen!

Wir sind der festen Überzeugung, dass gezielter Konsum ein wichtiger Schritt ist. Allein die symbolischen Wirkung ist schon ein mächtiger Partner. Man beeinflusst mit seinem Kaufverhalten andere Menschen im eigenen Umfeld. Diese sehen die Produkte bei dir und verankern sie unweigerlich mit positiven Gedanken. Die Leute nehmen die Produkte wahr – teilweise sicher nur unterbewusst, bei einigen lösen sie aber auch Gespräche über das Einkaufsverhalten aus. Nach und nach rücken sie mehr in den Fokus von immer mehr Menschen. Es wird eine Art Bewegung ausgelöst, die zu befriedigen die Märkte bestrebt sind.

Die Veränderung des Marktes

Diese Veränderung des Angebots merkt man. – Selbst bei Aldi und Co. kommen mehr und mehr Produkte in die Regale, die noch vor wenigen Jahren sehr exotisch waren. Da steht nun Heumilch – die laut EU-Gesetzgebung nur so genannt werden darf, wenn die Kühe möglichst viel Grünfutter bekommen und nicht vorwiegend Silage und Kraftfutter (mehr dazu findest du hier).
Übrigens: Wenn du Wert darauf legst, dass die Kühe auch ans Tageslicht kommen und viel ihrer Zeit auf der Weide verbringen, musst du wissen, dass das Wort „Weidemilch“ allein nicht wirklich viel aussagt, denn dieser Begriff ist nicht gesetzlich geschützt. Neuerdings stehen aber auf manchen Packungen auch Angaben über garantierten Weidegang der Tiere. (Ich sage nicht, dass es den Tieren dabei zwangsläufig gut geht – aber besser als wenn nichts drauf steht ist es bestimmt.)
Des Weiteren findet man in den Läden mittlerweile Kaffee, Bananen, Säfte, Schokolade,… uvm. als Fairtrade-Produkte. REWE hat einen eigenen Bereich für regionale Erzeugnisse und außerdem Produkte von Share im Angebot (mit deren Verkauf Spenden gesammelt werden, mit denen Hilfsprojekte ins Leben gerufen werden.) Viele Share-Produkte hat auch der Drogeriemarkt dm im Angebot.
Es gibt noch viele weitere Beispiele. Hier sollte aber nur aufgezeigt werden, dass sich etwas tut – auch in unseren Läden!

Wie wir mit der Thematik umgehen und unsere Produkte auswählen findest du in einem der nächsten Artikel.

Und wenn dich unsere Meinung und unser Verhalten in Bezug auf den Klamottenkauf interessiert, findest du diese in unserem Artikel: Schöne Kleidung tragen und dennoch Verantwortung übernehmen? Und das Ganze auch noch bezahlbar?

Zum Konsumverhalten selbst haben wir auch schon einen Artikel verfasst: Shopping mal neu gedacht

Viel Spaß wünscht dir,

dein InvestierPaar


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