Unser Umzug in Zahlen – das große Kostenvergleichsexperiment

Sechs Monate mietfrei leben, durch cleveres Verhalten beim umziehen.

Allein durch die Ersparnisse unseres Umzugs haben wir so viel gespart, dass wir davon ein halbes Jahr in unserer neuen Wohnung leben können. In unserer alten Wohnung hätten wir sogar ein ganzes Jahr davon wohnen können. 😮

Du denkst Umziehen sei teuer? – Nicht unbedingtEs kommt stark drauf an, wie du vorgehst und wie die Rahmenbedingungen sind.

Ich dachte immer, ein Umzug schlitzt ein richtig großes Loch in die Geldbörse… insbesondere, wenn du fast alles an Möbeln erst noch brauchst.
Ich wurde eines Besseren belehrt. Jetzt wollen wir dir an unserem Beispiel zeigen, wie es auch anders gehen kann.

Obwohl wir kaum Möbel aus der alten Wohnung mitgenommen haben, hat uns der gesamte Umzug, samt Einrichtung, etwa soviel gekostet wie ein durchschnittliches Sofa und ein großer Kleiderschrank. Das kannst du dir nicht vorstellen und möchtest wissen, wie das möglich ist? Das Wie – habe ich im voran gegangenen Artikel beschrieben. Wenn du den noch nicht gelesen hast, mach das besser zuerst. Denn darin haben wir zwei Möglichkeiten vorgestellt, die wir für unseren Umzug sahen:

die HauRuck-Option und die GutDingBrauchtWeile-Option

Zwar sind die Namen der Optionen schon ziemlich sprechend, aber wir definierten sie, schauten uns die Vor- und Nachteile an und präsentierten die Gründe, warum die langzeitigere Option für uns definitiv die geeignetere war. Auch zeigten wir auf, warum diese den frugalen Umzug massiv begünstigt und uns letztlich Geld einbrachte, dass wir zum Investieren übrig haben. Also hier findest du den besagten Beitrag. 

Im heutigen Beitrag werden wir hingegen die Hosen runter lassen und die blanken Zahlen auf den Tisch legen. 🙂
Und besser noch: Wir werden in diesem Artikel unsere gesamten Kosten für Umzug und Einrichtung nehmen und sie einem Kauf, bei dem wohl beliebtesten schwedischen Einrichtungshaus, gegenüberstellen. Eins sei verraten, das wird ziemlich krass. 😉 Umzug im InvestierPaar-Style – Los geht’s! 

Die finanzielle Seite des Umzugs

Wir wollen also nun den Fragen nachgehen, was uns unser Umzug letztlich gekostet hat? Und mit wie viel er zu Buche geschlagen hätte, wenn wir die HauRuck-Umzugsmethode gewählt hätten?

Wie viel wir gespart haben lässt sich nur annäherungsweise angeben, da nicht klar ist, welche Gegenstände wir trotz eines Hauruck-Umzugs dennoch gebraucht gekauft hätten. Vielleicht hätten wir uns ähnlich verhalten, wie die meisten Leute und hätten durch den Zeitdruck dann auch den Großteil der Einrichtung einfach schnell neu gekauft, um unseren Kram aus den Umzugskartons auspacken zu können.
Unsere alten Möbel und den ungenutzten Kram hätten wir verschenken oder dem Sperrmüll übergeben müssen, da wir im neuen Keller kaum Lagerplatz haben und die neue Wohnung nicht so vollstopfen wollten wie die alte. Vielleicht hätten wir Maler beauftragt, um einkaufen zu können während die Wohnung hergerichtet wird. Wer weiß? Aber das sind ziemlich viele Vielleichts – weshalb wir einige Annahmen und Einschränkungen machen müssen um die Ersparnis abzuschätzen.

  • Wir vergleichen die Kosten zweier Monate mit beiden Mieten (also die GutDingBrauchtWeile-Option) – mit einem HauRuck-Umzug ohne doppelte Miete
  • Für die Renovierung werden nur die Materialkosten berücksichtigt
  • Wir stellen die Anschaffungskosten unserer „neuen“ Möbel dem Preis eines möglichst vergleichbaren Pendants des Einrichtungsschweden gegenüber

Die Miete

Für die Mehrausgaben der Miete müssen wir die alte Wohnung betrachten. Denn wie du schon weißt, ließ die neue Wohnung keinen Spielraum für den Mietbeginn zu. Mit der von uns gewählten Umzugsmethode entschieden wir uns also dafür, die alte Wohnung für weitere zwei Monate zu mieten.

Unsere Studentenbude (2 Zimmer ca. 60 m²) war für die Region verhältnismäßig günstig. Die monatliche Warmmiete für unsere beiden Zimmer betrug zusammen 600€ (warm).
Die Mehrkosten der nicht abgegebenen Wohnung beliefen sich somit auf 2 x 600€ (warm) minus 2 x 100€ Aufwandsentschädigung als technischer Hausverwalter dort. Demnach hatten wir Mehrausgaben durch Miete von ziemlich genau 1000€.

Einnahmen durch Verkauf von unnützem Kram

Die Einnahmen durch die Verkäufe unserer nicht mehr benötigten Möbel und der Dinge, die durch den Umzug ans Tageslicht kamen und mittlerweile beinahe mit den Regalen der alten Wohnung verwachsen waren, beliefen sich auf 627€. Und das waren tatsächlich nur die Verkäufe, die ohne den Umzug nicht stattgefunden hätten. Ein paar Dinge haben wir auch noch in der Garage stehen. Durch deren Verkauf erhoffen  wir uns noch ca. 200 €.

Der große Batzen ist aber nicht der Verkaufserlös, sondern eben die Ersparnis durch die günstiger angeschafften Einrichtungsgegenstände.

Beschaffung der Einrichtung

Da hier eine Gegenüberstellung der einzelnen Einrichtungsgegenstände mit dem Pendant des Möbelkaufhauses erfolgen soll, habe ich mich für eine Tabelle entschieden. Ich habe durchweg versucht ein möglichst gleichwertiges Produkt zu finden. Im Zweifel habe ich mich für das günstigere entschieden. Bei den Lampen habe ich jeweils die empfohlenen Leuchtmittel genommen (das sind anscheinend immer die günstigsten) – auch wenn wir vermutlich die energiesparenderen gekauft hätten.
Die Preise und Abbildungen stammen von der Webseite des Unternehmens – Stand: Dezember 2021 und einige wenige Januar 2022 – Die Nachkommastellen der Preise habe ich durchweg gerundet.
Bitte verzeiht, dass meine Fotos nicht mit den Profiaufnahmen der Marketingabteilung mithalten können. 😉

Jetzt geht’s los, viel Spaß:

unser Fund
(gebraucht)
Pendant
im Möbelhaus
(Neupreis)
Bemerkung

Klapptisch
55 €

179 €
Hier ist ein deutlicher Qualitäts-
unterschied festzustellen
– und zwar zu Gunsten des
gebrauchten Exemplars

Esstisch mit Sitzbank und Stühlen
0 €

419 €
Wir haben eine zum Tisch passende Sitzbank, statt zweier Stühle. Das ist
sicherlich Geschmackssache, aber Anja
wollte das gerne. Wir haben außerdem
neben den beiden abgebildeten Stühlen
noch zwei weitere kostenlos bekommen.
Die wollen wir aber noch neu lackieren.

Beistellschrank
0 €

193 €
Es war erstaunlicherweise
kein Schrank im Sortiment
zu finden, der unserem
Beistellschrank entspricht.
Dieser einfache Küchenschrank
soll daher als Vergleich
herhalten.

Sideboard
0 €

249 €
Die rechte Tür habe ich nur ausgebaut, damit die Geräte bedienbar sind.

Wohnzimmerregale
0 €

26 €
(je 13 €)

Raumteiler-Regal
30 €
(inkl. Schubladen (2x),
Schranktüren (2x) &
Stoffschubfächer (4x))


169 €
(Korpus: 89 € +
Schubladen (2x): 40 €
Schranktür (2x): 20 €
Stofffächer (4x): 20 €)
Die Einsätze (Schubladen,
Einschübe) haben wir
auf verschiedene Regale verteilt.

Vitrine
0 €

149 €

Sideboard (Arbeitszimmer)
30 €

229 €

Besenschrank &
Vorratsschrank

0 €
(0 € + 0 €)

464 €
(174 € & 290 €)

Küchenbeistelltisch
(ausklappbar mit Rollen)
10 €
(Korpus: 0 € + Schubladen: 0 €
X-Einsatz: 10 €))

58 €
(Korpus: 28 € +
Schubladen: 20 € +
X-Einsatz: 10€)
Upgeradet habe ich das Ganze
mit Rollen und einer hoch-
klappbaren Küchenplatte. – Damit
die Schränke und die Spülmaschine
noch gut zu öffnen sind.
Die Küchenplatte war übrigens auch
geschenkt (aus der alten Wohnung).

Müllschublade
15 €

39 €

Schlafzimmer-Kommode
0 €

100 €
Mit der Kommode sind wir
noch nicht ganz glücklich.
Sie wird mittelfristig ersetzt
werden.

Regal
(Arbeitszimmer)
10 €

29 €
Wir sind mit diesem Regal
unzufrieden – zu unruhig
und nicht schön.
Wir werden es vermutlich
bald durch ein anderes
ersetzen.
Unseres hat übrigens ein
Regalbrett mehr.

Hängevitrine
0 €

138 €
Die Bierfässer mit dem
Andreasbräu kennst du
ja schon von unserer Hochzeit.
Sie werden in den Couchtisch
integriert, den ich bald
bauen werde.

Stehlampe
9 €

30 €

Flurlampe
5 €

46 €

(Lampe 40 € +
Leuchtmittel: 6 €)

Deckenlampe
(Eingang)
0 €

25 €

Deckenlampe
(Arbeitszimmer)
18 €

63 €
(Lampe: 59 € +
Leuchtmittel: 4 €)
Wir hatten schon vor diese
Todesstern-Lampe zu kaufen.
Doch dann fanden wir diese,
die farblich perfekt zur Wand
des Arbeitszimmers passt.

Servierwagen
40 €

100 €
Anja wollte unbedingt
einen Servierwagen. 😉
Und der gefundene, wir
nennen ihn Ysphahan, ist
ein besonders hübscher – mit
aufwendigen Einlegearbeiten
(Intarsien)


Lese-Sessel
20 €

179 €
Der gefundenen Sessel ist
viel bequemer als das Pendant.
(Wir haben das kürzlich getestet)

Aktenschränke
5 €

129 €
Alternativ gäbe es noch diesen
Aktenschrank

Der würde aber mit 619€ zu
Buche schlagen (wir rechnen
hier mit dem günstigen)



Kleiderschrank
(upgecycelt)
160 €

(Korpus: 10 € +
Material für ausziehbare
Schubfächer, Einlegefächer,
Beleuchtung, Grundierung,
Farbe, etc:
ca. 150 €
)


1253 €
Mit dem Kleiderschrank-Tool des
Möbelhauses konnte ich das Pendant genauso konfigurieren,
wie wir ihn umgebaut haben.
Der Preis hat mich echt geschockt.
😮
So sah der Kleiderschrank
ursprünglich aus:

Ihn zu überarbeiten war eine
Menge Arbeit. Wir wollten ihn
in griechischem Flair neu
auferstehen lassen und sind
mit dem Ergebnis sehr zufrieden.


Bett
(inkl. Lattenrost)
36 €

(Seitenbretter: 24 € +
Furnierfolie: 12 €)

277 €
Wir haben das alte Bett
behalten und es kurzerhand
umgebaut.
Die Lattenroste haben wir
gebraucht zu verschenken
gefunden.

Matratze
(NEU – d.h. ungebraucht 😉 )
249 €

249 €
Die Matratze haben wir auch
neu gekauft. Und zwar in dem
besagten Möbelhaus


Bettkasten /
Nachttisch-schränkchen
24 €

(Bretter: 18 € +
Furnierfolie: 6 €)

80 €
(je 40 €)
Diese Sonderanfertigung baute
ich, da wir unsere Wasserflaschen,
Medikamente, Kaffeetassen etc.
am Bett greifbar haben wollen.
Da es so etwas im Möbelhaus so
nicht gibt, habe ich als Pendant
Nachttischchen gewählt. Allerdings
hätten wir das Zimmer dann ganz
anders aufstellen müssen.


0 €
(komplett überarbeitetet)

100 €
(je 25 €)
Am ähnlichsten wäre dieses hier:

Aber das schien mir mit 100 €
pro Stück doch zu arg.

Die Farben zur Überarbeitung
hatten wir schon von der
Restaurierung des Kleiderschranks.

Kleiderständer
(Butler)
3 €

30 €
Zwar hat unser Ständer weniger
Stangen zum Aufhängen der
getragenen Klamotten, aber dafür
können die Kleidungsstücke
auslüften und hängen nicht
alle übereinander.

Esstisch-Lampe
(Eigenbau)
ca. 40 €
(inkl. Leuchtmittel)

76 €
(70 € + Leuchtmittel: 6 €)
Also wenn die selbst gebaute Lampe
nicht mal um Welten besser aussieht.
😉
Und im Preis meiner Lampe sind die
Leuchtmittel bereits enthalten.

Wohnzimmer-Kronleuchter
113 €

(Leuchter: 65 € +
Leuchtmittel: 48 €)

134 €
(Lampe:129 € +
Leuchtmittel: 5 €)
Die Kerzen sind flackernde LEDs,
diese musste ich bestellen.

Stehlampe (Sofa)
(Eigenbau)
ca. 20 €
(inkl. Leuchtmittel)

80 €
(Lampe: 70 € +
Leuchtmittel: 10 €)
Den Lampenschirm habe ich auf dem
Sperrmüll entdeckt und das Treibholz
am Neckar-Ufer. Gekauft wurde nur die
Fassung mit Schalter sowie Kabel und
Leuchtmittel.

Stehlampe (Essecke)
(Eigenbau)
3 €

65 €
Leuchtmittel waren noch vorhanden.
Deshalb setze ich die auf beiden Seiten
nicht an.
Gekostet hat mich nur das Seil – und
selbst das war gebraucht 😉
Schwemmholz haben wir selbst
gesammelt und der Rest ist Recycling
vom Sperrmüll.

Deckenlampe (Küche)
0 €

40 €
Hat eine ehemalige Mitbewohnerin
gebastelt und bei ihrem Umzug zurück-
gelassen.

Deckenlampe (Bad)
0 €

50 €
Die Lampe wirkt auf meinem Foto
sehr dunkel – das täuscht. Sie ist sehr
hell, weshalb wir meistens die am
am Spiegel anschalten. – Die waren
aber schon drinnen, weshalb wir sie
auch nicht neu gekauft hätten.


Apothekerschrank
20 €

(Farben gammelten
schon seit Jahren im Keller 😉 )

149 €
Es gibt nichts Vergleichbares
im Sortiment.
Am ehesten noch dieser hier.
Unseren Apothekerschrank haben
wir farblich überarbeitet. Ob wir die
Farben so lassen ist noch nicht klar.

Gekauft haben wir ihn so:

(noch unbearbeitet)

Hocker
12 €

179 €

Sofa
0 €

949 €
Die Breite stimmt ziemlich überein,
nur ist unseres noch deutlich tiefer.
Man kann gut zu zweit drauf schlafen.

Spiegel +
Schuhschrank
0 €

(0 € + 0 €)


149 €
(50 € + 99 €)

Flurschränkchen
0 €

299 €
Dieses Schränkchen werden wir
gegen eine andere tauschen,
da sie uns vom Furnier her
nicht gefällt.

Schuhsitzbank
30 €

149 €


Waschbecken-
Unterschränke
12 €

(12 € + 0 €)

148 €
(2 x 74 €)

2 Wäschekörbe
8 €
(zusammen)

26 €
(2 x 13 €)



Vorhänge
(6 Fenster – bodentief)
45 €
(12 € + 8 € + 17 € + 8 €)


104 €
(50 € + 17 € + 17 € + 20 €)
Ich habe exemplarisch
die beiden Doppelfenster
fotografiert. Es gibt noch
zwei weitere bodentiefe
Fenster, die Vorhänge
bekommen haben. Diese
sind in den Kosten erfasst,
aber nicht auf den Fotos.

Gartenmöbel
(4 Gartenstühle + Polsterauflagen +
Tisch)

15 €

371 €
(Stuhl: 4 x 50 € +
Auflagen: 4 x 18 € +
Tisch: 99 €)
Ich habe zum Vergleich
die günstigsten Hochlehner
und einen kleineren
(günstigeren) Tisch ausgewählt,
als den hier abgebildeten.
Denn unserer ist nicht so groß.

Auch wenn auf meinem
Foto nur 2 Stühle zu sehen
sind, wir haben tatsächlich
4 Stühle inkl. Polsterauflagen. 😉

Waschmaschine
180 €

629 €
Wir haben unsere Maschine
für diesen Preis wohlgemerkt
generalüberholt gekauft und
liefern lassen.
Sie hat ein Jahr Garantie.

Wir haben uns auch noch eine
Wäscheschleuder geholt (für 35 €),
statt eines Trockners (etwa 500 €).
– Aber da das nicht das selbe ist,
lasse ich die hier mal weg und wir
berichten ein anderes Mal darüber.

Monitorerhöhung
0 €

25 €
Zugegeben, da ist unserer vielleicht
nicht ganz so schön, aber dafür
passen die Laptops gut drunter.

Kreidetafel
2 €

25 €

Schneckenhaus-
Baumscheiben-Uhr

(Eigenbau)
5 €

18 €

Bettvorleger
(ungebraucht 😉 )
100 €

40 €
Hier ist er, der erste und einzige
Artikel, der im Möbelhaus günstiger
gewesen wäre. Ihr erkennt schon am
Schild, warum das so ist. Genau, wir
haben ihn als einziges Möbel nicht
gebraucht gekauft. Bei einem Teppich
wollten wir das dann doch nicht.
Aber wenn schon neu, dann nachhaltig!
Wir haben ihn aus dem GOODsHouse
und was das nachhaltige daran ist,
haben wir hier schon beschrieben.

Wow, diese Zusammenstellung war ganz schön viel Arbeit (mehr als man meinen mag 😛) und

Wow – Was für ein Ergebnis?!

Ich würde nun wirklich gern in deinen Kopf schauen können. 🙂 Was denkst du wohl nun gerade – nachdem du die Kosten für die vermeintlich günstigen Möbel aufgelistet vor dir hattest?
Ich meine, die Preise stammen ja von einem der günstigeren Möbelhäuser. Und da die Möbel dort qualitativ oft gar nicht so schlecht und ohne Frage häufig praktisch sind, ist es schon verlockend einfach alles dort schnell zu kaufen.

Ich hatte schon vor diesem Artikel die Vermutung, dass es nicht ganz billig gewesen wäre. – Aber ich war ehrlich überrascht, als ich diesen Vergleich anfertigte. Ich hätte nicht gedacht, wie viel da an Kosten zusammen kommt. :O
Gut, dass wir anders gehandelt haben. 😀

Wenn du die Preise grob verglichen und überschlagen hast, ist schon mal eines klar:

Durch die Kombination eines günstigen Einkaufs von gebrauchten (Einrichtungs-)Gegenständen und dem parallelen Ausmisten der alten Wohnung, also dem Verkauf unserer alten Möbel und unnützen Dinge, haben wir es geschafft, die Neueinrichtung der Wohnung unglaublich kostengünstig hinzubekommen.

Also, es ist nun an der Zeit aufzudecken, was uns die ganzen Einrichtungsgegenstände insgesamt gekostet hätten?! Ich verrate es dir. Festhalten:

Die aufsummierten Anschaffungskosten für die Einrichtungsgegenstände

Ich möchte dich nun nicht länger auf die Folter spannen. Hier sind die lang erwarteten Zahlen…

... Im Möbelhaus hätte der Einkauf (aus der Tabelle oben) volle 8.576 € gekostet!

Wahnsinn! – Mal ehrlich, hättest du das gedacht?

Aber es ist ja nicht so, dass wir auf unserem Weg keine Kosten gehabt hätten. Auch wenn wir alles bis auf den Bettvorleger und die Matratze gebraucht bekommen haben, hatten wir einige Kosten.
Hier also unsere Ausgaben:

Uns haben die Einrichtungsgegenstände in Summe 1.324 € gekostet.
D.h. Wir haben sage und schreibe  7.275€ eingespart und dazu noch nachhaltig agiert. Ist das nicht MEGA?

Das ist eine unfassbare Ersparnis von knapp 85 %. LOL!!!

Weitere Kostenposten

Zu diesen Gegenständen kamen aber natürlich noch Kosten hinzu.

Die Transportkosten beispielsweise.

Einen Transporter mussten wir zum Glück nur 2 mal mieten.
Die Mietkosten inkl. Sprit und Versicherung haben uns in Summe 101 € gekostet.

Für alle anderen Transporte hat Goldi (unser Auto) endlich auch mal ihren lang ersehnten Auslauf bekommen. Die Werkstatt schimpft nämlich immer, dass wir die alte Dame auch mal bewegen müssten. 😉 Die Fahrten waren jeweils nur wenige km weit. Daher kamen wir mit weniger als einer Tankfüllung hin – für alle Abholungen und sonstige Fahrten (wir tanken nur alle paar Monate). Für Goldis Energydrink setzen wir daher mal großzügige 70€ an.

Die Renovierungsmaterialien beispielsweise: also Farbe, Pinsel, Kreppband, etc. sind ein weiterer, nicht zu unterschlagender Kostenpunkt. Insgesamt kamen hier etwa 282 € zusammen.

Dazu sind natürlich auch noch ein paar Kleinigkeiten gekauft worden. Und sei es nur ein längeres HDMI-Kabel und eine Klobürste, etc.
Ich veranschlage daher nochmal großzügige 200 € für sonstige Kleinigkeiten.

Fassen wir die Posten also noch zusammen:

Schlussrechnung

KostenpostenBetrag
Einrichtungsgegenstände1324 €
Transportkosten171 €
Renovierungskosten 282 €
sonstiger Kleinkram200 €
zwei zusätzliche Monatsmieten1000 €
Verkaufte Möbel und ungenutzte Dinge– 627
Macht in Summe Kosten von:2350 €

Letzten Endes hat uns der Umzug samt Einrichtung trotz der doppelten Mietsituation nur 2.350 gekostet.
Dem gegenüber stehen die Kosten, die wir bei einem Hau-Ruck-Umzug und dem damit verbundenen Ruck-Zuck-Einkauf der Möbel im schwedischen Möbelhaus gehabt hätten. Bei der Menge hätten wir zig mal fahren müssen. Und da es weiter gewesen wäre, als zu den meisten gebrauchen Dingen, hätte sich hier die Lieferung rentiert. Wenn ich das richtig verstanden habe, hätte diese nämlich nur 129 € gekostet. – Vorausgesetzt, wir hätten erst alle Produkte fein säuberlich zusammengestellt und dann mit einer Bestellung geordert. Einige Autofahrten wären durch den Umzug aber trotzdem noch nötig gewesen. Setzen wir mal weitere 25 € dafür an. Die Verkäufe der alten Möbel und Dinge, die ungenutzt im Keller lagerten hätten wir, wie bereits erläutert, zum Großteil nicht machen können. Sicher hätten wir ein paar Kisten in der neuen Wohnung stehen lassen können und einen kleinen Teil haben wir ja auch in der Garage unterbringen können, aber der Großteil wurde aus der alten Wohnung heraus verkauft und wir hätten ihn im Leben nicht in unser neues Heim transportieren wollen. Da also ein paar Dinge dennoch verkauft worden wären, setzte ich ein Drittel des Verkaufswerts auch bei der Hau-Ruck-Option an.  
Zusammen mit den auch hier angefallenen Kosten für Renovierung und sonstigen Kleinkram, hätte die Kostenauflistung so ausgesehen:

KostenpostenBetrag
Einrichtungsgegenstände8576 €
Transportkosten154 €
Renovierungskosten 282 €
sonstiger Kleinkram200 €
zusätzliche Monatsmieten0 €
Verkaufte Möbel und ungenutzte Dinge (1/3 des Werts)– 209
Macht in Summe Kosten von:9003 €

Es stehen also die 2.350 € der GutDingBrauchtWeile-Option …
… angsteinflößenden 9.003 € der Hau-Ruck-Option gegenüber.

Ist das nicht krass?

Ist dir klar was das bedeutet?

FAZIT

Finanziell beträgt die Differenz zwischen den Umzugsoptionen sage und schreibe 6.653 €!
Die GutDingBrauchtWeile-Option bietet also eine Ersparnis von etwa 74 %!

Das ist fast die Hälfte meiner jährlichen Sparrate, die ich durch meinen frugalen Lebensstil, in Verbindung mit einem durchschnittlich bezahlten Job, zum Investieren sparen kann. Oder anders gesagt: das sind ganze 13 Monatsmieten in der alten Wohnung. Für die Ersparnis könnten wir ein ganzes Jahr mietfrei in unserer alten Wohnung leben – in unserer neuen Wohnung immerhin ein gutes halbes Jahr. 🙂

Und das nur, weil die Dinge eben nicht fabrikneu sind. Und glaub mir, das ist uns sowas von egal, denn all die gebrauchen Gegenstände sind in einem guten Zustand und unser Nachhaltigkeitsbedürfnis ist ebenfalls befriedigt. 🙂

Hast du eine Vorstellung, wie viel Geld dir diese Ersparnis bringt, wenn du sie nicht in den Möbelkonzern, sondern in einen breit gestreuten Index-ETF steckst?

Als Faustformel kann man sagen, dass sich dein Vermögen in einem breit gestreuten Index-ETF etwa alle 13 Jahre verdoppelt. Das bedeutet, dass wenn wir diese 6653 € anlegen in 13 Jahren etwa 13.306 € aus dem Ersparten geworden sind. In 26 Jahren wurden daraus dann schon etwa 26.612 €. Und nach 39 Jahren haben wir, allein weil wir in diesem Umzug auf gebrauchte Möbel gesetzt haben, ganze 53.224 € zusätzlich zur Verfügung. Und dafür müssen wir nichts weiter tun, als das investierte Geld einfach liegen lassen. Vergessen und reich werden lautet die Devise. 😉

Etwa 53.000 € nur, durch die Einsparung eines Umzugs. 🙂

Wir haben durch unser Vorgehen also letztlich tatsächlich so viel Geld gespart, dass wir uns die Kosten der doppelten Miete locker wieder reingeholt haben!
Den Mehrkosten von 1000 € steht eine Ersparnis von 6653 € gegenüber. Das ist mehr als das 6,5-fache!
So hat das Aussetzen von je einer Monatssparrate genügt, um die Kosten des gesamten Umzugs samt Einrichtung zu decken.

Und wohlgemerkt wäre der Unterschied noch krasser, wenn wir unseren kürzlich „gewonnenen“ Kühlschrank „Kurt“ mit eingerechnet hätten. Denn in der neuen Wohnung war kein Kühlschrank vorhanden. Und wenn wir mal schauen, was ein Exemplar derselben Firma in ähnlicher Ausstattung derzeit kostet…

… stünden weitere 2879 € – unfassbaren 0 € gegenüber, die wir bezahlten. Wie wir kostenlos an solch einen Kühlschrank kamen? Das haben wir hier schon erzählt. Wir haben den Kühlschrank aber hier nicht eingerechnet, da wir ihn ja schon kurz vor dem Umzug bekommen haben. Wir mussten ihn also nicht erst noch kaufen. 🙂

Zu guter Letzt gibt es noch ein paar Umstände, die uns das ermöglichten und zu erwähnen sind

Wir haben das Glück ziemlich optimale Bedingungen für einen solchen Umzug gehabt zu haben. Gegebenheiten, die sicher nicht jeder hat. Und weshalb garantiert nicht jeder Umzug so günstig zu handhaben ist:

  1. Es war schon eine Küche verbaut, die wir zwar überarbeiten wollen, aber auch so nutzen können.
  2. Haben wir unsere Goldi zur Verfügung. Goldi ist ein mittelgroßes Auto mit Fließheck, was früher meinem Opa gehörte und kostengünstig von uns übernommen werden konnte. Wenn man auch mal mit zugebundenem aber offenem Kofferraum fährt und die Möbel wenn nötig zerlegt, kann man mit ihr schon richtig viel transportieren.
  3. Wir leben in einem städtischen Raum. Dadurch haben wir ein entsprechend großes Angebot an Gebrauchtgegenständen in der Region und haben kurze Wege. Womit sich die Frage stellt, wie richtig die immer wieder genannte Behauptung ist, dass auf dem Land das Leben günstiger sei. (Aber das ist eine andere Geschichte. 😉 )
  4. Unser Umzug war nur über eine sehr kleine Distanz. Wir haben nicht einmal die Stadt gewechselt. Da kann man auch abends mal nen Schwung Kisten rüber fahren oder ein paar Wände und Decken streichen.
  5. Wir sind das Paradebeispiel für TANKs (Two Adults No Kids) und sind zudem beide gesund. Als Alleinerziehende oder auch Eltern von kleinen Kindern ist das ständige Abholen von Möbeln alles Andere als einfach bis gar nicht möglich.

Wir sind sehr dankbar, dass wir diese Rahmenbedingungen für diesen Umzug genießen durften. Wer weiß, wie das beim nächsten Umzug sein wird!? Dann könnten sich mehrere der Punkte geändert haben. – Man wird sehen.

Jetzt konnten wir jedenfalls richtig günstig umziehen und verhindern, dass uns der Umzug unseren Vermögensaufbau stark ausbremst. Ich würde sagen, für uns hat sich der Weg über die Extrameile durchaus gelohnt. Und wir konnten uns selbst und auch dir beweisen, dass es sich manchmal lohnt, sich mehr Zeit zu erkaufen.

Haben wir übrigens schon mal erwähnt, dass wir seit Beginn unseres Arbeitslebens auf 10 % unserer Gehälter verzichten, um mehr Zeit zur Verfügung zu haben? Und dass das nur die erste Stufe ist? Eine weitere Reduktion lässt sicher nicht mehr lange auf sich warten.
Aber das ist schon wieder eine andere Geschichte. 😉

Viele Grüße,

euer InvestierPaar-Andi


2 Gedanken zu “Unser Umzug in Zahlen – das große Kostenvergleichsexperiment

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