So entwickelst du deinen finanziellen (Master)Plan: Teil 1 – der Ausblick

In letzter Zeit werden wir immer wieder gefragt, wie wir das mit dem Investieren eigentlich machen.

„Ihr habt doch schon vor ein paar Jahren vom Investieren geredet, dass ihr an der Börse was macht und in Immobilien, für die Altersvorsorge und so.“

Ja, ganz genau. So ist es auch. Oft werden wir gefragt:

  • In was wir investieren?
  • Wo wir uns informiert haben?
  • Wie haben wir die Entscheidung(en) getroffen?
  • Wie entscheidet man wieviel in was und warum?

Tja, und dabei ist uns eingefallen, dass wir hier ganz ursprünglich mal einen Finanzblog starten wollten. Wir begannen unseren Blog ja mit der Frage: Warum sich jeder Mensch für seine Finanzen interessieren sollte. Bis wir dann im Laufe der Zeit irgendwie mehr und mehr Artikel dem Thema „nachhaltig Geld sparen“ gewidmet haben.

Wobei das ja auch nicht direkt ein Widerspruch ist – denn um Geld zu investieren, muss man welches (gespart) haben und wer an der einen Seite Geld spart, kann es auch an der anderen für nachhaltige(re) Produkte ausgeben. Also irgendwie gehört das doch alles zusammen.

Warum schreiben wir überhaupt über Finanzen und Investieren?

Einer unserer größten Fehler unseres bisherigen Lebens war es, zu spät angefangen zu haben zu investieren. Daher ist es uns ein wichtiges Anliegen, möglichst vielen Menschen die Augen zu öffnen und sie vor diesem Fehler zu bewahren.

Ja, genau, wir meinen dich, sofern noch nicht begonnen hast einen erheblichen Teil deines freien Geldes zu investieren, um es langfristig im Wert zu mehren. Der Faktor Zeit ist viel wichtiger, als du vielleicht meinen magst.

  • Vom Zinseszins hast du ja sicher schon gehört, auf diesen fleißigen Helfer gehen wir nachher noch ein.
  • Man kann zwar immer sein Leben ändern – aber es ist meist doch einfacher, die Weichen früh in die richtige Richtung zu stellen.

Für den Vermögensaufbau braucht man einen Plan

In den nächsten Monaten wollen wir dich dabei unterstützen, dass du dir so einen Plan erstellst. Dazu musst du wissen, welche Punkte zu beachten sind, welche Möglichkeiten du hast, welche Gedanken du dir machen solltest und so weiter. In das Thema Finanzen/Vermögensaufbau spielen unheimlich viele Faktoren mit rein und nur du kannst entscheiden, was zu dir passt, womit du dich wohlfühlst und womit du – ganz wichtig! – deine Ziele erreichen kannst. Aber keine Angst, wir wollen versuchen dir bei diesen Entscheidungen nach bestem Wissen und Gewissen helfen. Du wirst sehen, so schwer ist das Alles gar nicht.

Legomännchen mit Plan

Dieser Artikel soll dir einen ersten Eindruck vermitteln, was dich in den nächsten Monaten hier erwartet und mit welchen Themen du dich auseinandersetzen darfst 🙂

  1. Ausblick: Warum solltest du überhaupt Vermögensaufbau betreiben?
  2. Einblick: finanzielle Bestandsaufnahme – Wo stehst du aktuell?
  3. Weitblick: Wie ist deine Lebensplanung?
  4. Detailblick: Wie ist dein jetziger Stand und wie kommst von dort dahin, wo du hin möchtest? Was für Investitionsformen ergeben denn Sinn?

Im Folgenden möchten wir dir schonmal ein paar Einblicke in die einzelnen Themen geben. Aber zunächst auch nicht mehr, denn sonst hörst du spätestens in einer Stunde auf diesen Artikel weiterzulesen =) Das ganze Thema ist auch einfach komplex, aber wenn du Schritt für Schritt vorgehst, wirst du das locker meistern. Du wirst Entscheidungen treffen und dafür nachdenken müssen, deshalb nimm dir die Zeit. Wichtig ist, DASS du dich mit dem Thema beschäftigst und dass du JETZT DAMIT ANFÄNGST.
Sonst machst du den Fehler, über den wir uns mittlerweile so sehr ärgern -zu spät begonnen zu haben.

1. Ausblick

Ausblick ins Schöne

Warum solltest du überhaupt Vermögensaufbau betreiben?

Dafür gibt es viele Gründe und ein paar, wenn nicht gar alle, werden auch auf dich zutreffen.
Zunächst ist hier der Begriff Altersvorsorge relevant, das hast du ja bestimmt schon mal gehört. Man könnte es auch umformulieren: Eines Tages (früher oder später) kommt der Tag, an dem du nicht mehr (so viel) für deinen Lebensunterhalt arbeiten kannst oder willst. Bei vielen Menschen ist das mit Mitte 60 der Fall, auch wenn es natürlich viele andere Beispiele gibt. Manche Menschen arbeiten länger, weil es ihnen Spaß macht und sie gerne weiter arbeiten möchten. Man kann aber auch krank werden oder aus anderen Gründen Schwierigkeiten haben so weiterzumachen wie vorher. Dann ist es gut, wenn du nicht darauf angewiesen bist 🙂

Und schon sind wir beim nächsten Thema: Nicht auf (hohes) Arbeitseinkommen angewiesen zu sein bringt dir große Freiheiten und damit auch viel mehr Möglichkeiten. Vielleicht könntest du noch weiterarbeiten, möchtest aber lieber ein Projekt starten, welches dir wirklich am Herzen liegt? Oder du brauchst Startkapital, um dein eigenes Unternehmen zu gründen? Dann ist ein aufgebautes Vermögen sehr hilfreich (und nein, es muss keine halbe Million sein). Damit bist du auch unabhängig von Geld und Unterstützung anderer und kannst dein eigenes Ding machen.

Allein die Aussicht auf all diese Möglichkeiten wird dich besser schlafen und anders durch’s Leben gehen lassen. Du bist Herr der Lage, du übernimmst Verantwortung für dein Leben. Du kannst dir etwas aufbauen. Du kannst dein Leben gestalten, so wie du es für richtig hältst. Du kannst dich mit den Themen beschäftigen, die dir wichtig sind. Du musst dich nicht von Chefs ärgern oder von Schulden erdrücken lassen.

Warum jetzt anfangen, hat das nicht noch 10 Jahre Zeit?

Das ist genau der Punkt. Man schiebt den Startzeitpunkt, wirklich etwas für die Vermögensbildung zu tun immer wieder auf, auch wenn man tief in seinem Inneren weiß, dass es vermutlich besser wäre lieber früh als spät zu beginnen. Doch das ist ein riesengroßer Fehler, denn man unterschätzt die Macht des Zinseszins. Wir Menschen sind nicht dafür gemacht uns exponentielles Wachstum vorzustellen, seit der Pandemie können wir es aber sicher etwas besser.

Sich die Haare raufender Typ, dem die Zeit ins Gesicht geschrieben ist.

Gehörst du zu den Menschen, die immer wieder denken, ja, ich sollte mich damit mal auseinander setzen und es dann aber erstmal doch wegschieben und lieber prokrastinieren?
Oder bist du jetzt schon total motiviert anzufangen, aber glaubst, dass „ein Vermögen“ völlig unrealistisch für dich ist?
Dann schau dir unbedingt mal diesen (oder einen anderen) Zinseszinsrechner an und spiel ein bisschen mit den Werten herum.
Damit du einen ersten Eindruck bekommst, haben wir dir hier ein paar Beispielrechnungen angefügt. Dabei wirst du sehen, dass der Faktor Zeit einen riesigen Unterschied macht.

Angenommen, du investierst jeden Monat 100€ und bekommst darauf 5% jährliche Verzinsung (woher du Geld zum Investieren bekommst und wie du darauf Zinsen erhältst, dazu kommen wir in den nächsten Artikeln. Hier ist einfach nur ein Beispiel.) Du hast also in 10, 20, 30 Jahren so viel investiert:

10 Jahre20 Jahre30 Jahre
12.000 €24.000 €36.000 €
deine Investitionen (unverzinst)

Sieht nach keinen großen Summen aus? Und lohnt es sich überhaupt, 10 Jahre früher anzufangen? Kann ich nicht auch mit 50 Jahren noch anfangen zu investieren, wenn ich Karriere gemacht habe, richtig gut verdiene und die Welt gesehen habe?

Wieviel ergibt das jetzt aber mit den genannten 5% Zinsen?

10 Jahre20 Jahre30 Jahre
15.093 €39.679 €79.727 €
deine Investitionen mit 5% pro Jahr verzinst

Oh, schon werden die Unterschiede größer, richtig? Woran liegt das? Am besten schaust du dir hierzu eine Grafik an, wie der von uns verlinkte Zinseszinsrechner (von den Blogger-Kollegen von Finanzfluss) sie dir erstellt:

Fortsetzung folgt

Balkendiagramm von 30 Jahren a 100€ im Monat mit 5% Verzinsung - Während der Zuwachs der Einzahlung linear steigt, nimmt das Gesamtguthaben immer schneller zu, sodass nach 30 Jahren mehr als das Doppelte der reinen Einzahlung vorliegt.
30 Jahre lang 100€ im Monat einzahlen mit 5% Verzinsung (Screenshot von Finanzfluss)

Auf dieser Grafik siehst du sehr deutlich, dass die Zinsen (orange) am Anfang noch keine große Rolle spielen und die tatsächlichen Einzahlungen (blau) den Großteil des Vermögenszuwachses stellen. Doch je länger du dran bleibst, desto wichtiger werden die Zinsen. Und klar, je früher du anfängst, desto länger hast du Zeit bis du ein bestimmtes Alter erreicht hast.

Das gilt übrigens auch, wenn du irgendwann nicht weiter investierst, sondern das investierte Geld „nur“ liegen lässt und es sich weiter verzinst. Hier eine Beispielrechnung mit den oben genannten 15.093 € als Startkapital (also 10 Jahre lang 100€ monatlich zu 5% jährlich verzinst eingezahlt). Dazu wird jetzt kein Cent mehr eingezahlt, sondern nur 20 Jahre lang Zinsen und Zinseszinsen addiert. Was glaubst du, was kommt da raus?

Balkendiagramm der Verzinsung eines Startguthabens ohne weitere Einzahlung: Ab etwa 15 Jahren haben die Zinsen die Höhe des Startkapitals überstiegen und damit das Vermögen vedoppelt. Nach 20 Jahren bereits fast verdreifacht.
15.093€ Startkapital 20 Jahre lang liegen lassen (ohne weitere Einzahlung) ebenfalls zu 5% Verzinsung pro Jahr
(Screenshot von Finanzfluss)

Ganze 40.046€. Das ist mehr als du hättest, wenn du 30 Jahren lang die 100€/mon (das wären 36.000€) unter’s Kopfkissen (oder auf’s Sparbuch, bzw. Girokonto) gelegt hättest. Der Zinseszins bewirkt also, dass du mit nur 10 Jahren des frühen Investierens mehr rausholst, als mit 30 Jahren des reinen Sparens. Und für diesen Zuwachs hast dafür nichts weiter getan, als in den ersten 10 Jahren 12.000 € zu investieren und danach 20 Jahre zu warten.

Du hättest auch 10 Jahre später anfangen können. Dann hättest du aber 20 Jahre lang investieren müssen, um dann ungefähr das gleiche dabei heraus zu bekommen (siehe Tabelle oben). Allerdings hättest du die doppelte Summe, also 24.000 €, selbst bezahlt.

Und wer weiß, vielleicht findest du ja sogar Möglichkeiten mehr zu investieren, als die im Beispiel genannten 100€/mon. Wie du dir sicher vorstellen kannst, verändert das das Ergebnis auf der Haben-Seite nach einiger Zeit ganz gehörig.

Ein letztes Mal der Rat: Probier ein paar Beispielrechnungen mit einem Zinseszinsrechner. Wir hoffen, dass dich das motiviert überhaupt anzufangen, jetzt anzufangen und deine Finanzen in deine eigenen Hände zu nehmen. Denn es ist dein Leben 🙂

Fortsetzung folgt…

… und da dieser Artikel schon wieder ziemlich lang geworden ist, verschieben wir die anderen Punkte auf die folgenden Monate. Hier kommt Teil 2. Wir hoffen, du bist dann wieder dabei 🙂

Wenn du Fragen oder Anmerkungen hast oder möchtest, dass wir auf bestimmte Punkte genauer eingehen, schreib uns gerne einen Kommentar.

Dein Investierpaar


3 Gedanken zu “So entwickelst du deinen finanziellen (Master)Plan: Teil 1 – der Ausblick

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